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PERMAKULTUR <<   B O D E N und E R D E

Februar 2012 (ergänzt im November 2014)

Im Sinne der Permakultur ist es notwendig zu wissen mit welchem Boden, welchen Erden wir es zu tun haben. Haben wir das Wissen können wir schonend, lenkend eingreifen um ihn für unsere Zwecke zu verbessern.
Es würde zum Beispiel wenig Sinn ergeben auf verdichtetem Lehmboden Karotten zu setzten und zu hoffen, dass die Natur ihren Lauf nimmt. Auch ist es nicht vorteilhaft auf sandigem Boden, der kaum Wasser speichern kann, feuchtigkeitsliebendes Gemüse zu pflanzen. Den richtigen Boden für den geeigneten Zweck zu suchen und dort zu gärtnern würde wahrscheinlich auch Sinn ergeben. Dem widersprichen jedoch die längeren Wege und das permanente "Ostereichersuchen" für das richtige Gemüse am richtigen Platz. Noch schwieriger wird es dann mit dem Standortwechsel in den folgenden Jahren. Wer möchte soll das tun, ich habe mich für die Zoneneinteilung entschieden und passe den Boden meinen Zwecken an.

Um den optimalen Boden für meinen Garten zu bekommen sind einige Schritte notwendig. Wie ich es gemacht habe kannst du hier nachlesen.

SCHRITT EINS: Boden analysieren

BODENARTEN:
SANDIGER (LEICHTER) BODEN: Dieser Boden besteht aus einzelnen Sandkörnern. Wir spüren, beim Zerreiben zwischen den Fingern, die einzelnen Körner. Er läßt sich nicht formen und haftet nicht an den Fingern. Er ist wasserdurchlässig, was bedeutet, dass er auch schnell austrocknet. Nährstoffe können schnell ausgewaschen werden. Er ist  gut durchlüftet und lässt sich leicht bearbeiten. Er erwärmt sich schnell, kühlt aber auch schnell aus.
Sandiger Boden läst sich durch Beigabe von Humus zu einer guten Gartenerde machen.
Bodenanzeiger: Sand- und Klatschmohn, Pechnelke, Butterpilz, Heidekraut, Königskerze, Vogelmiere.
Verbesserung: durch Humusbeigabe und Abdecken der Oberfläche (mulchen)

LEHMBODEN (MITTELSCHWERER BODEN): Er ist eine Mischung aus Sand Schluff und Ton. Die Gärtner lieben ihn, weil er der optimals Speicher für Nährstoffe, Wasser und Luft ist.
Wir erkennen ihn, wenn wir mit der feuchten Erde versuchen eine Walze zu formen. Die Walze lässt sich formen, zerbricht jedoch bei ca. daumendicke in Einzelstücke.
Selbstverständlich gibt es, wie bei jedem Boden, mehrere Varianten. So ist z. B. toniger Lehmboden deutlich "schwerer" als sandiger Lehmboden und bedarf daher einer Verbesserung.
Toniger Lehmboden ist schlecht durchlüftet und bei Regen verschlammt er leicht.
Auch erwärmt er sich im Frühling nicht so schnell.
Bodenanzeiger:
Verbesserung durch Beigabe von Humus und Sand, wenn er zu tonig ist. Das Abdecken der Oberfläche (mulchen) verhindert eine Krustenbildung und Verschlemmung.


TONBODEN (SCHWERER BODEN): Dieser Boden besteht hautsächlich aus Tonmineralen. Er lässt sich fast wie Plastilin formen und wird, wenn er austrocknet neigt er zur Krustenbildung und wird steinhart.
Er lässt Wasser und Luft schwer durch und erwärmt sich in der Sonne nur sehr langsam, das erst das aufgestaute Wasser verdunsten muss, was dem Boden wieder Wärme entzieht.
Er besitzt meist einen hohen Nährstoffgehalt, der sich durch Bodenverbesserungsmaßnahmen auch nutzten lässt. Die Erde lässt sich bis zu Bleistiftstärke formen ohne zu brechen.
Bodenanzeiger:
Verbesserung: Die Beigabe von Sand und Humus ist ein Muss.

Alle Böden lassen sich dann noch in Unterkathegorien einteilen und sind Mischungen aus den drei Hauptböden. Einige Beispiele sind: sandiger Lehmboden, lehmiger Sandboden, usw.
Noch zu unterscheiden ist zwischen sauren und alkalischen Böden, sowie kalkigem, stickstoffhaltigem oder stickstoffarmen Boden, usw.
Um festzustellen welcher Boden tatsächlich vorliegt gibt es einige Methoden. Eine davon ist die Schlemmprobe.
Bei der Schlämmprobe löst man eine Handvoll Erde in Wasser auf und wartet einen halben Tag. Sand lagert sich zuerst ab, denn der ist am schwersten. Anschließend legen sich Lehm-, Ton- und Humusteile ab. An der Höhe der einzelnen Bestandteile im Wasserglas erkennt man die Zusammensetzung des Bodens.

SAURER ODER ALKALISCHER BODEN:
Verschieden Pflanzen lieben verschiedene Böden. Eh klar. Die Einen lieben eher sauren Boden, die Anderen eher alkalischen. Erdbeeren z.B. lieben sauren Boden und Knoblauch auch. Sie können gemeinsam gepflanz werden. Holzasche in dieses Beet streuen ohne den PH-Wert der Erde zu kennen ist dann vielleicht nicht die beste Idee, sie ist sehr alkalisch.
Nach dem Motto, erst lernen, dann Erkenntnis gewinnen und dann umsetzen wird uns wieder ein bißchen besser werden lassen.

Der PH-Wert ist ein Maß für sauren oder basischen (alkalkischen) Charakter diverser Stoffe.
Hier einige Beispiele:
Menschliche Haut hat eine PH-Wert von 5,5 ist also sauer.
Regenwasser ist mit einem PH-Wert von 5,6 auch sauer.
Destilliertes Wasser ist mit einem PH-Wert von 7,0 neutral.
Meerwasser ist salzig aber nicht sauer sondern alkalisch. PH-Wert 7,5-8,5
Menschliches Blut hat einen PH-Wert von 7,7 und ist daher alkalisch.
Seife ist wegen dem PH-Wert von 9-10 stark alkalisch.

Im Internet sind viele Möglichkeiten beschrieben wie der PH-Wert zu messen ist. Weil ich jedes meiner inzwischen zwölf Beete, die Erde meines Obstgartens sowie den Kompost laufend messen möchte werde ich mir ein elelktronisches Gerät kaufen.


SCHRITT ZWEI: Boden verbessern bzw. anpassen

In meinem Fall kann ich sagen, dass fast jedes Beet eine andere Zusammensetzung hat. Alle sind jedoch Lehmböden, eher mittelschwer.
In den oberen Beeten ist weniger Sand und Humus enthalten. Diese Bestandteile wurden vermutlich in der Vergangenheit durch Regen von oben nach unten geschwemmt und dort abgelagert. Nach dem Terrassieren wird dies offensichtlich. Meine Maßnahe ist daher die oberen Beete mit mehr Humus zu versorgen und entsprechend weniger Humus in den unteren Beeten einzubringen, sodass ich in einigen Jahren überall entsprechend gute Erde habe. Mit Holzasche und Kompost bringe ich den PH-Wert entsprechend der Pflanzen in den optimalen Bereich.

SCHRITT DREI: Regelmäßige Kontrolle


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Notizen zur weiteren Bearbeitung:

Fotos der Schlämmprobe einstellen

Unter Birken, Tannen, Buchen
kannst du immer Pilze suchen,
unter Eschen, Erlen, Linden
wirst du nicht sehr viele finden!“


Bodenanzeiger


Saurer Humusboden: Heidelbeere
Kalkhaltig: Ackerwinde, Löwenzahn, Salbei, Wegwarte, Gamander, Wiesenknopf, Glockenblume.
Kalkarm: Hahnenfuß, Ackerstiefmütterchen, Ackersenf, Kl. Ampfer, Hundskamille.
Stickstoffreich: weißer Gänsefuß, Franzosenkraut, Brennnessel, Hirtentäschel, Melde.
Stickstoffarm: Besenginster, Hornkraut, Hungerblümchen, Mauerpfeffer, Ziest,
Humusreichtum u. gute Gare: Vogelmiere, Efeublättriger u. Persischer Ehrenpreis, Echte Kamille.
Schwerer verdichteter Boden: Ackerschachtelhlam, Löwenzahn, Kriechender Hahnenfuß.
Leichter sandiger Boden: Mohn, Königskerze, Vogelmiere, Hasenklee, Trockener Boden: Färberkamille, Graukresse.
Lehmiger Sandboden: Herbstzeitlose, Kamille, Wilde Möhre, Löwenzahn, Huflattich, Flockenblume.
Saurer Boden: Stiefmütterchen, Ackerziest, Hohlzahn.


von Lisl Brunner Dat: 18.01.2007