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GEMÜSE <   P A R A D E I S E R (TOMATE)





Dezember 2011 (ergänzt im Februar 2015)


Botanischer Name: Lycopersicon lycopersicum.
Deutsche Namen: Paradeiser, Tomate
Bulgarischer Name: Domat Домат
Familienzugehörigkeit: Nachtschattengewächs 
Verwandte Nachtschattengewächse: Erdapfel (Kartoffel),
Melanzani (Aubergine), Paprika, Andenbeere, Tabak und Tamarillo

Boden und Lage: Humosen, kräftig gedüngten, durchlässigen, tiefgründigen, warmen Lehmboden, der kalkhaltig, feucht und locker ist, liebt die Paradeiser sehr.
Der PH-Wert der Erde soll zwischen 5,5 und 7,0 liegen.
Die Paradeiser ist ein Sonnenanbeter, braucht und liebt die Wärme. Sengende Sonne über Tage und Wochen sind aber zu viel für sie. Ich schütze sie dann davor indem ich auf den Regenschutz eine Decke lege. Geschützte Lagen z.B. unter einem Dachvorsprung oder unter einem Regendach sind ein großer Vorteil. Pflanzen wir sie in Südlagen vor Mauern gibt ihnen die Speicherwärme der Steine in den Abendstunden und in der Nacht Wärme ab.

Anbau: Für das Freiland vorziehen: Tomaten werden fürs Freiland ab 1. April bei 18-23ºC ausgesät. Sie früher auszusäen hat keine Vorteile, da sie zu wenig Licht für ihr Wachstum bekommen.
Sie sind Lichtkeimer und werden deshalb nur mit ein paar Millimeter Erde bedeckt. Ich wähle einen Samenabstand von 2-3cm. Die Keimdauer beträgt, je nach Samenalter zwischen ein und drei Wochen. Wie bei den meisten Samen darf die Erde nicht austrocknen.
Wenn nach den Keimblättern, die ersten Folgeblätter zu sehen sind, 
pikiere ich in ca. 10cm große Töpfe. Beim pikieren die Pflänzchen nicht am Stängel herausziehen, sondern vorsichtig an einem Keimblatt fassen. Ich kürze die Wurzeln um ca. 1/3. Das Pflänzchen so tief setzen, das die Folgeblätter gerade noch aus der Erde schauen.
Auspflanzen:
Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Pflanzen ins Freiland gepflanzt werden. Zuvor sollten sie aber gut abgehärtet werden.
Pflanzenabstand: 60cm. Reihenabstand 50-60cm. Je nach Sorte sind bis zu 100cm Reihenabstand empfehlenswert. Je "luftiger" sie gesetzt werden umso besser und schneller können sie nach Regen trocknen und umso besser werden manche Pilzkrankheiten vermieden.
Ich setze zwei Tomatenplanzen mit ca. 60cm Abstand. Dazwischen Petersilie. Darauf folgend zwei Knollensellerie. Die zweite Reihe bestücke ich versetzt mit den gleichen Pflanzen. In den folgenden drei Jahren wechsle ich die "Beipflanze" mit einem anderen beliebten Nachbarn.
Die Paradeiser wurzelt bis einen Meter tief und daher sollte der Boden mindestens zwei Grabgabeln bzw. spatentief aufgelockert werden. Unter den beschnittenen Wurzelballen lege ich ein paar Brennnesselblätter. Der Wurzelballen sollte etwas tiefer
(4-6cm) in den Boden gesetzt werde als er im Topf war. Den Wurzelballen setzte ich schräg in den Boden, biege den Stamm vorsichtig senkrecht und binde ihn dann  an die Stütze an. So wird die Jungpflanze animiert mehr Wurzeln, für eine bessere Nährstoffversorgung, zu bilden. Die untersten Blätter entferne ich, sie sollen nicht den Boden berühren.
Aussaat im Freien:  Anfang Mai sollten die Temperaturen für die Aussaat im Freiland schon passen.
Alle anderen Vorgänge sind die Gleichen wie bei Auspflanzen beschrieben. In unseren Breiten reicht die Zeit nicht um große Ernten zu ermöglichen. Die sechs Wochen Vorziehen fehlen am Ende des Sommers. Ich ziehe daher immer vor.

Fruchtfolge:
Die Paradeiser möchten einen Stammplatz haben. Bis zu acht Jahre am gleichen Standort ist eher ein Vorteil als ein Nachteil. Sie ist ein Starkzehrer. Wenn sie über mehrere Jahre am gleichen Platz steht muss der Boden im Herbst sehr gut mit Kompost aufbereitet werden.

Mischkultur: Gute Nachbarn sind: Basilikum, Knoblauch!!, Kohlarten (Weißkohl!!), Lauch, Mais, Petersilie!!, Salate und Sellerie!! (geschmackverbessernd und ertragsteigernd).
Schlechte Nachbarn sind: Alle anderen Nachtschattengewächse, Gurke, Fenchel und Erbsen.


Pflege: Paradeiser werden meist ein- bis zwei
triebig an Pfählen oder Schnüren aufgeleitet. Damit sie nicht mehrtriebig werden müssen alle Geiztriebe (Nebentriebe) die sich am Stamm bilden, nach dem Erreichen einer Länge von 5-10cm Länge entfernt werden. Belässt man sie, wird binnen kürzester Zeit eine undurchschaubare Menge von Trieben gebildet. Im Verlauf des Wachstums wird es dann sehr schwer die Pflanze richtig zu stützen und sie kann bei feuchtem Wetter schlecht abtrocknen, was wieder Pilzbefall erleichtert. Die entfernten Triebe können vermehrt werden. In Erde stecken und feucht halten funktioniert wunderbar.
Hat die Paradeiser eine Höhe von ca. 50cm überschritten häufe ich den Stamm etwa 10 cm hoch mit Erde an. Sie bilden dann neue Wurzeln und kann mehr Nährstoffe aufnehmen.
Die Paradeiser ist ein Starkzehrer. Ist der Boden tiefgründig dünge ich nicht nach. Habe ich das Gefühl, dass sie doch mehr Nährstoffe vertragen kann dünge ich sie. Hat die Paradeiser aber eine Nährstoffüberversorgung wird sie viele Blüten bilden und sehr wenige Früchte hervorbringen.
Mulchen mit Brennnessel statt düngen mag sie sehr.
Sie bleiben gesund wenn sie mit ihren eigenen Abfällen gedüngt werden. Deshalb verwende ich entfernte Blätter, die nicht erkrankt sind und Geiztriebe als Mulch.
Da Tomaten Selbstbestäuber sind, sollte man sie besonders in windstiller Zeit um die Mittagszeit, leicht rütteln, damit sich viele Früchte bilden können.
Meine Paradeiserpflanzen sind mit einem Regendach geschützt, trotzdem gieße ich sie nicht bzw. nur wenn es mehrere Wochen nicht geregnet hat und damit kein Wasser aus der Umgebung zusickern konnte. Ich gieße dann nur leicht und über mehrere Tage, da hohe Wasserschwankungen
geplatzte Früchte verursachen. Am Besten morgens gießen. Kein kaltes Wasser geben.

Ernte und Lagerung: Vollreife Früchte schmecken wegen dem ausgewogenem Säure- Zuckeranteil am Besten. Überreife oder nachgereifte Paradeiser haben diese Ausgewogenheit nicht und schmecken deshalb ein bissal fad. Der eigene Geschmackssinn ist der beste Erntezeitpunktbestimmer. Immer wieder mal kosten und dann, je nach Sorte, die Merkmale die auf eine Vollreife hindeuten suchen scheint mir ein guter Rat zu sein. Diese Merkmale könne die Farbe, die Größe, die "Brüchigkeit" der Stängel oder auch der Geruch sein. Letztendlich entscheidet der Geschmack. Geerntete Paradeiser kühl (ca. 12°C) und dunkel lagern.
Ab Ende September reicht die Lichtmenge nicht mehr aus um Paradeiser ausreifen zu lassen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt oder wenn davor Frostgefahr besteht sollen/müssen die Paradeiserpflanzen raus aus Garten. Ich ziehe die ganze Pflanze aus der Erde und entferne Wurzeln und Blätter. Kopfüber hänge ich sie dann an eine Leine. Optimal werde sie bei Temperaturen zwischen  16°C und 34C° nachgereift. Hohe Luftfeuchtigkeit ist dabei von Vorteil. Kein Licht und viel Wärme sind im Keller und im Vorratsraum nicht leicht möglich bzw. oft auch nicht erwünscht, daher ist der Reifeplatz meist ein Wohnraum. Das Licht lässt sich durch Umwickeln mit Zeitungspapier gut abhalten. Bei der nächsten Ernte werde ich die Pflanzen in einen Karton stecken. Am Boden des Karton werde ich einen Apfel legen. Die Ausdünstungen des Apfel soll den Reifeprozess begünstigen.
Trocknen: Fleischige Paradeiser halbieren (ev. eine wenig salzen) und mit der Schnittfläche nach oben auf einem Gitter oder ähnlichem trocknen. In meinem Solartrockner brauchen sie 2-3 Tage um ordentlich durchgetrocknet zu sein. Ein paar Sonnenstunden am Tag reichen ab nicht aus, um sie zu trocknen, bevor sie zu schimmeln beginnen. Letztes Mal haben sich die Ränder eingerollt und haben dort zu schimmeln begonnen. Vier Kilo Paradeiser wanderten daher nicht in meine Vorratsdosen. :-(
Einkochen: Ljuteniza und Tomatenmark sind meine Lieblingsvarianten. Siehe Rezepte.
Einsalzen: Wenn ich Paradeiser trockne entferne ich vorher das "Innenleben". Diese Mischung aus Kernen, Fleischteilen und Saft salze ich kräftig und fülle sie, ohne sie einzukochen, in Gläser ab. Mehrere Wochen waren sie schon haltbar und eine fein Zutat für diverse Nudelgerichte.

Vermehrung: Die Samen lassen sich bei vollreifen Paradeiser ernten. Dazu halbiere ich eine solche und entnehme die Kerne, samt anhaftendem Fruchtfleisch, mit einem Löffel. Die Maße gebe ich in ein Glas mit kaltem Wasser. Durch das Glas kann gut beobachtet werden wie
sich die Kerne innerhalb von zwei Tagen aus der Keimschutzschicht lösen und zu Boden sinken. Dieser Vorgang wird "Nassreinigung mit Gärung" genannt. Ich achte darauf, dass das Glas abgedeckt aber nicht verschlossen ist. Ein Kaffelöffel Zucker hilf die Gärung in Gang zu bringen und unterdrückt eventuelle Schimmelpilze. Die optimale Temperatur für die Gärung beträgt 21°C-30°C.
Spätestens am dritten Tag nehme ich die zu Boden gesunkenen Samen aus dem Wasser.
Wenn sie sich nicht mehr schleimig sondern leicht rauch anfühlen ist es richtig. Dann trockne ich sie auf einem Blatt Zeitungspapier und lagere sie in einem Stanitzl oder einer Tüte kühl und dunkel bis ins nächste Jahr. Paradeisersamen, wenn sie richtig gelagert wurden, keimen auch noch nach mehr als fünf Jahren.

Sorten:

Verwendung in der Küche:

Verwendung in der Medizin:

Inhaltsstoffe:

Rezepte:

Danksagung:
Herzlichen Dank liebe Vesela. Dein Tipp der Salzkonservierung hat meinen Speiseplan bereichert.


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Notizen zur weiteren Bearbeitung:
Bilder auf eigene tauschen.
Fotos von eintriebiger und zweitriebiger Pflanze + Geiztrieben machen.
Paradeiser im Beet nachreifen lassen.
Krankheiten beschreiben.