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Dezember 2013 (ergänzt im Jänner 2015)

Um Humus für meine Beete zu bekommen und die organischen Abfälle nutzen zu können habe ich mehrere Komposthaufen angelegt. So ist es mir möglich diverse "Abfälle" wie Brombeerschnitt, Laub, kleine Astteile, Strauchschnitt, gejätetes Beikraut, Küchenabfälle, Stallmist von meinen Ziegen usw. sinnvoll zu verwerten.
Um den Sinn des Kompostierens nochmals genauer zu beschreiben hier ein paar Fragen, mit den entsprechenden Antworten.

Was ist Humus?
Alle abgestorbenen, organischen Substanzen, die in der Erde oder im Kompost enthalten sind nennen wir Humus. Nebenbei sei erwähnt, dass Humus das 3 bis 5-fache seines Eigengewichts an Wasser speichern kann.

Was ist eine Kompostierung?
Kompostierung oder auch Rotte genannt ist ein biologischer Prozess bei dem verrottbares organisches Material durch Pilze, Bakterien Klein- und Kleinstlebewesen unter dem Einfluss von Luftsauerstoff abgebaut bzw. umgewandelt werden. Das Endprodukt nennen wir Kompost.

Welche Stoffe sind im Kompost enthalten?
Der Kompost besteht aus vielen Bestandteilen. Einer davon ist Humus. Andere sind z.B. Amoniumsalze, Calcium, Eisen, Kalium, Kohlendioxid (Kohlensäure), Magnesiumverbindungen, Nitrate, Phosphate, Phosphor, Schwefel, Stickstoff und Wasser.

Fördert Komposterde die Beikräuter?
Samen von Beikräutern werden in der Rotte zum größten Teil keimunfähig gemacht. An den Rändern, wo nicht so hohe Temperaturen herrschen können jedoch Samen keimfähig bleiben. Das Umarbeiten des Komposthaufens hilft dagegen. Bei Wurzelbeikräutern, wie Löwenzahn oder Winden sollten die Wurzel vorher angetrocknet werden und dann klein zerteilt werden, so verlieren sie ihre Treibkraft.

Wird der Komposthaufen unangenehm riechen?
Wenn es uns gelingt einen ordentlichen Verrottungsprozess zu starten und diese Kompostierung andauert wird die Rotte nicht unangenehm riechen.

Soll Kompost untergegraben werden?
Ja, können wir, aber immer mit Erde mischen. Das Verhältnis sollte aus mindestens einem Teil Erde und einem Teil Kompost bestehen. Besser sind zwei Teile Erde und ein Teil Kompost.
Noch besser ist es den Kompost auf die Beete zu legen. So bekommen wir einen sehr guter Langzeitdünger, wenn durch gießen oder/und Regen der Kompost langsam in die Erde geschwemmt wird.

Können wir unseren Boden mit Kompost überdüngen?
Ja, können wir. Kompost ist ein sehr gehaltvoller Dünger. Wenn wir ihn, wie beschrieben, in dünnen Schichten auf die Erde legen werden wir gut düngen aber nicht überdüngen.

Je älter der Kompost ist, umso besser wird er?

Dass stimmt so nicht. Kompost erreicht schon nach einigen Monaten eine gute Wurzelverträglichkeit. Im Lauf der darauf folgenden Monate werden wertvolle Inhaltsstoffe zunehmend abgebaut.

Welche Materialien sollen in den Komposthaufen und welche eher nicht?
Stallmist:
Eierschalen: Ich röste und zerkleinere sie bevor sie auf die Rotte kommen.
Zitrone, Orange und Co.: Gut zerkleinert kompostieren die Teile rasch. Konservierungs- und Spritzmittel werden beim Verrotten der Fruchtschalen zersetzt.
Abgefallenes Laub: Bevor es auf die Rotte kommt sollte es angewelkt bzw. durchgewelkt sein. Es macht den Kompost sauer.
Nadelholz (Reisig): Ist gut für die Durchlüftung, macht jedoch den Kompost sauer. In kleinen Mengen unbedenklich. Holzasche wirkt der Versauerung entgegen.
Gartenabfälle: Blumenschnitt, abgeerntete Pflanzen, verwelkte Planzenteile ...
Grünschnitt:
Äste:
Obst- und Gemüseabfälle:
Rindenabfälle:
Beikräuter:
Küchenabfälle:
Papier: Druckfarbe enthalten Schwermetalle, daher nur unbedrucktes Papier oder unbedruckter Karton in den Komposthaufen geben.
Menschlicher Kot: Aus seuchenhygienischen Gründen nicht ratsam. Kleine Mengen an gut           
kompostierten Kot aus Komposttoiletten können jedoch zugefügt werden.
Kaffeereste samt ev. Filter: Lockt Würmer an
Asche: Nur reine Holzasche mit einem maximalen Gesamtanteil von 1%-2%, da die Mineralien in der Asche sehr leicht löslich sind und eine Überdüngung des Bodens sehr schnell erfolgen kann. Holzasche ist alkalisch und erhöht daher den PH-Wert.
       

Ich legte meinen ersten Komposthaufen (eine Rotte) an:
Komposthaufen BeginnZu Beginn habe ich die Größe der Rotte mit sechs Robinienstehern eingegrenzt und dann den Boden mit Hilfe einer Grabgabel aufgelockert.
Wie ganz gut zu erkennen ist, liegt die Rotte im Halbschatten unter Bäumen. Erst am Nachmittag kann die Sonne im flachen Winkel auf die Rotte scheinen. So überhitzt sie nicht und trocknet auch nicht zu sehr aus(habe ich gedacht).
Tatsächlich war es aber so, dass die Bäume den Großteil des wenigen Regens abgeleitet haben und die Nachmittagssonne im Hochsommer die Rotte zusätzlich ausgedörrt hat. Da die Mikroorganismen Wasser für ihre Bewegung und für die Nahrungsaufnahme brauchen stand die Rotte nach einiger Zeit still. Regelmäßiges Giesen mit unbelastetem Abwaschwasser hatte einen sehr positiven Effekt. Die Rotte startete wieder und war acht Wochen später fertig.

2014: Ein weiterer Komposthaufen entsteht:
Aus meiner ersten Rotte habe ich einiges gelernt.
Am Besten erscheint es mir einen Komposthaufen in relativ kurzer Zeit anzulegen und nicht so wie ich es gemacht habe. Ich habe im Lauf des Jahres immer wieder aufgeschichtet. So wird er quasi nie fertig und die Steuerrung mit dem richtigen Wassergehalt funktioniert auch nicht richtig. Der Erste war auch zu groß und so hatte ich auch nicht genügend Material um ihn sofort "fertig" zu stellen.

2015: Wieder was gelernt:

KomposthaufenDie Komposthaufen, die ich nun anlege, grenze ich nicht mehr durch Boxen, Bretter oder ähnliches ein.
Einfach nur aufschütten genügt. Alles andere ist nur Arbeitsbeschaffung und erschwert das Umarbeiten der Rotte.










Schon beim Anlegen achte ich darauf, dass die gleiche Fläche, die die Rotte in Anspruch nimmt, auch daneben zur Verfügung steht. Astwerk, so dick wie ein kleiner Finger, verrottet nicht und macht, wenn es länger als 20cm ist, viel Mühe beim Umarbeiten. Gehäckseltes Astwerk hingegen betrachte ich als Optimum.


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Notizen zur weiteren Bearbeitung:
PH-Wert des Kompostes in verschiedenen Reifegraden