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WILDKRÄUTER <<  J O H A N N I S K R A U T

Johanniskrautbluete

Weitere Bilder findest du hier.

Mai 2012 (ergänzt im Dezember 2014)

Botanischer Name: Hypericum perforatum
Deutscher Name: Echte Johanniskraut (Tüpfelkraut, Herrgottsblut, Hartheu)
Bulgarischer Name: Schjlt Kantarion Жълт Кантарион

Hinweis: Johanniskraut erhöht die Aktivität von bestimmten Leberenzymen sowie Transportern in der Darmschleimhaut und beschleunigt so die Ausscheidung bestimmter Medikamente. Das schwächt deren Wirkung ab. Diese Wechselwirkung ist in Studien gut untersucht worden und betrifft unter anderem das Immunsuppressivum Ciclosporin, das HIV-Mittel Indinavir, sowie Cholesterinsenker,
die Pille und weitere Arzneimittel.
Die Haut kann durch phototoxische Reaktionen verstärkt zu Lichtempfindlichkeit oder Sonnenbrand neigen. Solarien und winterliche Urlaubsreisen in die Sonne sind daher eher zu vermeiden.
Bei bekannter Lichtempfindlichkeit Johanniskraut besser nicht anwenden. Ich habe noch keine besondere Lichtempfindlichkeit bei mir bemerkt.
Die Verwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel genutzt.

Bodenanzeiger für trockenen, mäßig feuchten, stickstoffarmen, mageren, niemals stark sauren Boden. Liebt kalkige Erde.

Vorkommen: Das Kraut mit wenig Ansprüchen an den Boden. ist in tiefen bis mittleren Höhenlagen zu finden und wächst verbreitet an Gebüschrändern, Waldrändern, Wegen, Böschungen, in Magerwiesen, in Brachen und an Waldlichtungen oder auf Schuttplätzen als Pionierpflanze.

Pflanzenbeschreibung: Je nach Bodenqualität wird die Pflanze 50-100 cm hoch.
Die Blätter des Johanniskrauts wirken aufgrund ihrer mit farblosen ätherischem Öl und Harz gefüllten Bläschen im Lichtschein durchlöchert. 

Vermehrung durch Samen und Wurzelsprossen

Ernte: Der Name des Krauts kommt vom 21. Juni dem  Johannitag. Um die Sommersonnenwende am 24. Juni öffnet das  Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten. Es blüht dann bis in den September hinein und ist in dieser Zeit auch zu ernten. Der Hauptwirkstoff gegen depressive Verstimmungen ist hautsächlich in den Blüten enthalten. Wir ernten ca. 15cm der Triebspitzen.

Inhaltsstoffe des Krauts:
Hypericin ist der rotgebende Farbstoff der Pflanze und findet sich konzentriert in den Blüten             (depressionslindernd).
Hyperforin lagert sich hauptsächlich in den Blütenstempeln und Früchten an (depressionslindernd).
Flavonoide wie Hyperosid, Rutosid, Quercitrin, Isoquercitrin; antioxidative ,antivirale, antibakterielle   und antifungale (pilzhemmende)Wirkung.
Bitterstoffe sind hauptsächlich in den Blättern und den Stielen enthalten. Sie steigern die Magen-       und Gallensaftsekretion und sind damit apettitanregend und verdaungsfördernd.
Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend, antibakteriel, antiviral und                     neutraliesierend auf Gifte. In hoher Dosierung wirken sie jedoch oft selbst schädlich.
Xanthone: Aromatische Oxoverbindungen von denen ca. 210 verschiedene bekannt sind. Einige von     ihnen haben antibakterielle, antioxitative, antibiotisch, antiallergisch, antimykotisch sowie               anti-tumoraktive Eigenschaften. Welche Xanthone im Johanniskraut enthalten sind konnte ich leider nicht recherchieren.
Ätherische Öle wirken auf den gesammten Organismus positiv stimulierend.
Harze:
Myristinsäure: ist eine gesättigte Fett- und Carbonsäure. Sie ist in Wasser unlöslich.
Phytosterin: Senkt den LDL- und Gesamtcolesterinspiegel. Es gibt Hinweise darauf, dass                     Phytosterine die Aufnahme von Fettlöslichen Vitaminen beeinträchtigen. So wurden verminderte Carotin- und Lycopenspiegel, Vitamenin E-Spiegel festgestellt. Die Aufnahme von Vitamin D wird nicht beeinträchtigt.
Taraxasterol:
Violaxanthin: Ein gelber Blattfarbstoff über dessen Wirkung ich noch nichts erfahren habe.
Beta-Sitosterol: Hemmt im Magen- Darmbereich die Aufnahme von Colesterin und wirkt damit leicht                 Colesterinsenkend.

Verwendung als Medizin: Warnhinweis Zur Behandlung von leichten und mittleren Depressionen in den lichtarmen Monaten trinkt man täglich morgens und abends, mindestens sechs Wochen lang (Wirklatenz!),  je eine Tasse Johanniskrauttee. Wichtig ist begleitend dazu der tägliche Aufenthalt im Freien, um Licht zu tanken.  Johanniskraut verstärkt in unserem Körper die Wirkung von Licht.
2 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut pro Tasse sind ein gesundes Maß. Das Kraut mit kochendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen.

Ich verwende Johanniskrautöl äußerlich angewandt bei Muskelzerrungen, Blutergüssen, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Krampfadern und Verbrennungen.

Verwendung in der Küche: keine

Danksagung: Feechen, die mir den Tipp "Johanniskrautöl" gegeben hat, danke ich sehr. Sie hat damit die Liebe in mir zu den Heilkräutern geweckt und mich damit sehen lassen, welche Naturkraft in den Pflanzen steckt.

Johanniskrautöl Rezept:
Ich ernte die Blüten vormittags, bevor es heiß wird und nachdem der Morgentau abgetrocknet ist.
Zu diesem Zeitpunkt hat die Planze die höchste Konsetration an Wirkstoffen.
Johanniskrautblüten im Glas
Die geernteten Blüten gebe ich in ein durchsichtiges Glas.

Johanniskrautblüten in ÖlDanach fülle ich kaltgepresstes Olivenöl ein und stelle das Glas für mehrere Wochen in die Sonne.

Johanniskrautöl nach drei WochenHier siehst du ganz deutlich wie das Öl sich nach drei Wochen rot gefärbt hat. Weitere drei Wochen später habe ich das Öl durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um die Blüten vom Öl zu trennen. Das fertige Johanniskrautöl fülle ich in braune Fläschchen ab. Das braune Glas schützt das Öl vor Licht, dass die Qualität des Öls herabsetzen würde. Dunkel gelagert ist es 
ohne
Qualitätsverlust
ca. ein Jahr lagerfähig.


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Notizen zur weiteren Bearbeitung:
Bilder tauschen
Rezept für Johanniskrauttinktur
Wirkstoffe ergänzen