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Juni 2016

Immer wieder habe ich in meinem Leben Mist gebaut, Fehler gemacht, mich unkorrekt benommen.
Die Gründe waren viele und 
meist keine rühmlichen. Unachtsam, gedankenlos, fahrlässig und auch mit Vorsatz habe ich Pflichten vernachlässigt, manches unterlassen und so einiges verbockt.
Ein Glas Wasser das ich unabsichtlich über den Tisch gekippt habe oder eine Beleidigung die ich im Zorn ausgesprochen habe sind nur zwei Beispiele. Kleines und großes habe ich "verbrochen" und meist
habe ich mich für mein Handeln entschuldigt. Entschuldigung, Tschuldigung, Sorry usw. kam mir über die Lippen. Bei groben Fehlern habe ich sogar "Ich entschuldige mich in aller Form" benutz.
Bis zu dem Zeitpunkt wo bei mir die Erkenntnis
Einkehr hielt, dass ich mich nicht selber  entschuldigen/entschulden kann.
Das Wort Entschuldigung kommt von Schuld/Schulden haben, meist moralische Schuld haben.
Wie kann ein Schuldner sich selbst entschulden? Wie kann ich mich für ein Fehlverhalten selber von Schuld freisprechen, mich entschuldigen? Gar nicht!
Ich kann aber mein Gegenüber, den Anderen, um Entschuldigung bitten.
"Entschuldige bitte mein Zuspätkommen, verzeih mir bitte meine Unachtsamkeit, kannst du mich für einen Moment entschuldigen, entschuldige bitte", benutze ich nun.
In dem Moment wo ich um Entschuldigung bitte kommt der Andere ins Spiel. Ich werde abhängig vom Anderen. Nicht mehr ich entscheide ob ich entschuldigt bin, sondern mein Gegenüber, die Person bei der ich "Schuld" aufgebaut habe.
Was passiert nun wenn mein Gegenüber mich nicht entschuldigt, meine Schuld nicht nachlässt?
Die erste Möglichkeit ist: Ich lebe mit meiner Schuld und stehe auf dem Standpunkt, dass ich mich ja entschuldigt habe und damit mein Part erledigt ist.
Eine Andere: Ich bemühe mich weiter um eine Entschuldigung. Dieses Bemühen kann darin liegen, dass ich Reue zeige, mein Verhalten ändere und mein Gegenüber dadurch erkennen kann, dass mein Bemühen ernst gemeint ist.


Hier noch ein paar Überlegungen was ich im Zusammenhang mit Entschuldigung so denke und vielleicht auch so eine Art Zusammenfassung:

>Wenn ich so bald als möglich um Entschuldigung bitte grämt sich der Andere möglicherweise nicht so   lange.
>Ich bitte selber um Entschuldigung und übermittle meine Bitte nicht über Dritte.
>Persönlich finde ich besser als schriftlich. Schriftlich hat allerding den Vorteil ausführlicher sein zu       können.
>Zwischen Tür und Angel finde ich nicht richtig. Ich möchte mir schon Zeit nehmen und dem                 Gegenüber Zeit geben.
>Ich bin aufrichtig, ehrlich und werde meinen Fehler nicht kleinreden.
>Eine Erklärung kann helfen. Sie soll aber keine Beschönigung oder gar Schönrederei sein.
>Ich werde meinen Fehler konkret ansprechen und nicht dubios sein.
>Wenn ich mein Verhalten nachhaltig ändere, achtsamer bin, werde ich mich nicht so oft um                Entschuldigung bitten müssen. Der bessere Weg der Entschuldigung ist der der Vermeidung durch        Achtsamkeit.